Situationsansatz

Die Aufgabe des Kindergartens ist es die Gesamtpersönlichkeit der Kinder zu fördern. Die Grundlage unserer Arbeit ist der Situationsansatz, d.h. individuelle Lebenssituationen eines oder mehrerer Kinder werden zum Anlass geplanten pädagogischen Handelns gemacht.
Die Arbeit wird in vier Planungsschritte gegliedert:
1. Erkunden – Situationen analysieren
2. Entscheiden – Ziele finden
3. Handeln – Situation gestalten
4. Nachdenken – Erfahrungen auswerten

 

Projekte und Angebote

Projekte entwickeln sich aus Situationen der Kinder. Es ist eine systematische Aufarbeitung eines Themas über einen gewissen Zeitraum mit verschiedenen Hilfsmitteln. Dies ist eine Form des ganzheitlichen, entdeckenden Lernens, wobei der Erzieher eine begleitende und unterstützende Funktion besitzt. Ein Projekt kann sich innerhalb wie außerhalb des Kindergartens vollziehen. Die Kinder sollen befähigt werden, ihre gewonnenen Lernerfahrungen auf zukünftige Lebenssituationen zu übertragen.

Dokumentation

Portfolio

Jedes Kind hat seinen eigenen, unverwechselbaren Weg der Entwicklung und des Lernens.
Wir verfolgen und dokumentieren die individuellen Entwicklungs- und Lernwege der Kinder. Denn je besser wir über jedes Kind Bescheid wissen, desto sicherer können wir sein, es auf eine optimale und ihm gemäße Art zu fördern.
Daher legen wir mit dem Kind ein Portfolio an. Im Kindergartenportfolio wir alles gesammelt, was die Entwicklung des Kindes dokumentieren kann. Das Portfolio spiegelt die Persönlichkeit und Kompetenz des Kindes wieder. Daher ist jede Mappe anders, individuell, dicker oder dünner.
Das Portfolio ist eine Sammlung von Dokumenten. Jedoch ist es keine Kinderakte, sondern eine Art Erinnerungsalbum, die die Geschichte des Aufwachsens jedes Kindes erzählt.

Lern- und Eingewöhnungsgeschichten

Die Bildungs- und Lerngeschichten sind Momentaufnahmen aus dem Leben und Lernen der Kinder. Die Details der Lernprozesse des beobachteten Kindes werden als Geschichte festgehalten. Es wird nicht nur dokumentiert, wie die Kinder lernen. Auch die Umgebung, die Beziehung zwischen den Kindern sowie die Situation, in denen Lernprozesse stattfinden werden berücksichtigt.
Die Erzieher beobachten ein Kind in einer oder mehreren Situationen im Kindergartenalltag. Bei der Beobachtung wird genau aufgeschrieben, womit sich das Kind beschäftigt. Des Weiteren werden Bilder mit der Digitalkamera aufgenommen. Daraufhin schreibt die Erzieherin einen persönlichen Brief an das Kind. In diesem Brief wird der gesamte beobachtete Lernprozess des Kindes detailliert erzählt. Zur Verdeutlichung der beschriebenen Situation werden ein oder mehrere Bilder in den Brief eingefügt. Dieser Brief wird dem jeweiligen Kind in sein Portfolio geheftet.
Ebenso wird die Eingewöhnung dokumentiert. Die jeweilige Bezugserzieherin schreibt über die Anfangszeit im Kindergarten oder Krippe eine Geschichte.

 

Eingewöhnung

Die Zeit der Eingewöhnung eines Kindes in eine Gruppe von Kindern ist ein sensibler Prozess.
Das Kind wird in dieser Phase der Eingewöhnung mit einer unbekannten Situation und neuen Menschen konfrontiert. In dieser Phase muss das Kind einiges leisten.
Es lernt einen neuen Tagesablauf kennen. Das Kind muss sich mit fremden Kindern, Erwachsenen und neuen Regeln auseinander setzen. Außerdem muss es sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden.
In der Regel geschieht dies ohne die Unterstützung und Sicherheit der Eltern. Für das Kind bedeutet dies erheblichen Stress. Um diesen so gering wie möglich zu halten möchten wir als Erzieher dem Kind die Möglichkeit geben sich in einer für das Kind sicheren Atmosphäre einzugewöhnen.

Während das Kind seine neue Umgebung kennen lernt, befindet sich die begleitende Bezugsperson in dem vorher festgelegten Zeitraum im Gruppenraum.
Als Erzieher haben wir durch diese besondere Situation die Möglichkeit eine Beziehung zum Kind aufzubauen, ohne es dem Stress der Trennungsangst auszusetzen.
Die Zeit und Dauer der Eingewöhnungszeit kann von Kind zu Kind verschieden sein.
Während der Eingewöhnungszeit hält sich der begleitende Elternteil eher im Hintergrund. Hierdurch soll das „aufeinander zugehen" von Erzieher und Kind erleichtert werden. Im Laufe der Eingewöhnungszeit werden immer wieder Zeiten der Trennung von ca. ½ bis 1 Stunde eingebaut.
Für die Eltern bietet diese Art der Eingewöhnung ebenfalls eine gute Möglichkeit den Erzieher besser kennen zu lernen und das eigene Kind mit anderen zu erleben. Auch die Eltern können sich somit behutsam vom Kind lösen. Das Vertrauen zwischen Eltern-Erzieher und Kind-Erzieher wird hierdurch gefördert.
Die Elternarbeit, besonders bei kleineren Kindern bildet einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit. Haben die Eltern Vertrauen zum neuen Bezugserzieher, so baut auch das Kind schneller Vertrauen zur auf.
Elterngespräche, auf kurze „Tür- und Angelgespräche" spielen ebenfalls eine wichtige Rolle um Alltagsgewohnheiten aufzugreifen und beizubehalten. Diese bieten dem Kind ebenfalls Sicherheit und Geborgenheit in der Anfangsphase.
Dies sind beispielsweise Rituale bei der Sauberkeitserziehung im pflegerischen Bereich beim Wickeln oder beim Mitbringen geliebter Gegenstände wie Tuch, Schmusetier oder Flasche.
In der Eingewöhnungszeit wird es auch immer wieder kurze Gespräche über den Verlauf des Morgens, sowie die Ess- und Schlafsituation geben. Gemeinsam mit Eltern können so Lösungen für eventuelle Probleme gefunden werden oder der aktuelle Eingewöhnungsstand besprochen werden.

 

Gruppenübergreifende Arbeit

Unser Konzept beinhaltet das gruppenübergreifende Arbeiten, d.h. jedes Kind wie auch jeder Erzieher ist einer Stammgruppe zugehörig. Die Kinder haben die Möglichkeit, die Angebote, Aktivitäten und Räumlichkeiten der gesamten Einrichtung eigenverantwortlich zu nutzen. Bei personellem Engpass, kann es erforderlich sein, dass die Erzieher in anderen Gruppen einspringen.
In der Regel werden die Kinder in der Schildkrötengruppe aufgenommen. In der ersten Zeit spielen die Kinder in der unmittelbaren Nähe der Erwachsenen. Nach und nach bekommen die Kinder Sicherheit und vergrößern ihren Aktionsradius. Mit der Zeit erkunden sie den ganzen Kindergarten. Der Wechsel von der Schildkrötengruppe in Ameisen- oder Froschgruppe ist gebunden an den Entwicklungsstand des Kindes und die Gruppenstärke der zukünftigen Gruppe. Vor einem Gruppenwechsel besprechen wir den Wechsel mit den Eltern.
Die Krippenkinder müssen mit dem vollendeten 3. Lebensjahr die Krippe verlassen. Je nach Platzkapazität des Kindergartens und Wunsch der Eltern wird ein Übergang in die Ameisen- oder Froschgruppe ermöglicht. Wenn keine Kapazitäten bestehen, müssen die Eltern sich nach einem Platz n einem anderen Kindergarten erkundigen.

Freispiel

Das Freispiel ist die Zeit im Tagesablauf, in der das Kind den Spielpartner, das Material, den Spielort und den Zeitumfang auswählen und seine eigenen Ideen allein oder mit anderen verwirklichen kann. In unserem Tagesablauf hat das Freispiel einen hohen Stellenwert. Hier hat das Kind ein breites Feld zur Erprobung der verschiedenen Kompetenzen. Wir begleiten die Kinder zum eigenständigen Spielen mit unserer Aufmerksamkeit, im Mitspielen und Dasein, im Unterstützen und Helfen.
Den Erzieher gibt das Freispiel die Möglichkeit, jedes einzelne Kind intensiv zu beobachten und so seinen Entwicklungsstand und seine Lernerfolge zu erkennen.

 

Besonderheiten für Kleinkinder

Raumgestaltung

Im Gruppenraum haben die Kleinkinder vielfältige Möglichkeiten zu spielen, zu gestalten, zu forschen und experimentieren, zu konstruieren und sich zu bewegen. Die Bewegungsfreude und Neugierde werden durch die verschiedenen Ebenen herausgefordert. Ebenso können sie in „geschützten Zonen" ohne Störung ihren Bewegungsabläufen oder Ruhephasen nachgehen. Jüngere wie auch ältere Kinder sollen durch die Einrichtung zu vielfältigen Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten angeregt werden. Dazu gehören „leere Flächen" innerhalb des Gruppenraumes, diese dienen zum Spielen auf dem Boden.
Die Kinder können entscheiden, ob sie sich schnell, langsam, tobend oder vorsichtig bewegen möchten.

Spielmaterial

Durch verschiedene Spielmaterialien im Gruppenraum werden den Kindern Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten geboten. Naturmaterialien und Gebrauchsgegenstände aus Haushalt und Küche weisen vielfältige, kreative Spielmöglichkeiten auf. Die Kinder können mit Alltagsgegenständen Spielideen selbst entwickeln, sie brauchen interessante Dinge zum Experimentieren und Erforschen. In den Gruppen wird ruhiges sowie lebhaftes Spiel ermöglicht.
Kleinkinder werden durch Fingerfarben, Knetmasse und Kleister zu kreativen und intensiven Sinneserfahrungen angeregt. Ihnen stehen Rollenspiel- und Verkleidungsutensilien zur Verfügung. Bei dem Spiel können sie ihre eigenen Wünsche und Ideen einbringen und vertreten. Dabei müssen sie die „Sprache" der anderen Kinder erkennen und entschlüsseln. Sie müssen Sichtweisen und Spielinhalte teilen oder Kompromisse finden.
Finger- und Singspiele werden gemeinsam im Gruppenverband innerhalb des Sitzkreises gelernt. Durch häufiges Wiederholen der Spiele bekommen die Kleinkinder Sicherheit und Selbstvertrauen. Die Vielseitigkeit der Materialien stärkt die kognitiven Kompetenzen der Kleinkinder.

Gestaltung des pädagogischen Alltags

In unserer Einrichtung können die Kinder ihre ersten Kontakte knüpfen, bei denen sie Sicherheit und Unterstützung erfahren. Jedes Kind der Gruppe hat individuell die Chance, einen eigenen Rhythmus von Ruhe und Aktivität zu finden. Aktivitäten, Angebote und Spielpartner können von jedem Kind frei gewählt werden. Sie lernen soziale Beziehungen zu leben. Die Räume und Materialien werden entsprechend der Entwicklung des Kindes eigenständig erforscht, entdeckt und genutzt. Dabei lernen die Kinder Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft zu übernehmen.
Kinder fühlen sich im Gruppenalltag durch bestimmte Rituale wie zum Beispiel Sitzkreis, Frühstück und Spielen auf dem Außengelände sicher. Sie erleben die Situationen als vertraut.
Im Alltagsgeschehen wird auf einen achtungsvollen Umgang Wert gelegt.
Durch Bilderbuchbetrachtungen, Lieder, Reime, Kreis- und Fingerspiele wird der Ausbau von Lautbildung, Wortschatz und Satzbau gefördert. Sämtliche Alltagshandlungen werden von den Erzieherinnen sprachlich begleitet.

Pflegesituationen

In Pflegesituationen, wie beim gemeinsamen Essen, Wickeln, Schlafen stehen die kindlichen Signale an erster Stelle. Beim Wickeln erfahren die Kinder die ungestörte Aufmerksamkeit der Erzieherin, es kann gezielt auf die Kinder und ihre Bedürfnisse eingegangen werden. Die Erzieher begegnen den Kindern mit Wertschätzung und Respekt. Auch wird besonders auf das körperliche und seelische Wohlbefinden des Kindes geachtet. Kommunikation ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die Sprechfreude des Kindes wird durch ungestörte Gespräche und Lieder angeregt.

Ruhezeiten

Zur Erholung des Körpers und des Geistes dient der Schlaf. Dabei verarbeiten die Kinder ihre Erlebnisse und Geschehnisse. Kinder unter 3 Jahren benötigen auch im Gruppenalltag, die Möglichkeit zur Ruhe und Entspannung. Diese wird ihnen in dafür vorgesehenen Ruhezonen innerhalb der Gruppe ermöglicht.
Der ungestörte Schlaf in einem separaten Schlafraum ist fest im Tagesablauf nach dem Mittagessen verankert und wird von einer Erzieherin in der Krippe begleitet. Um Vertrautheit zu schaffen, dürfen die Kinder ihr Schnuller und Kuscheltier von zu Hause mitbringen.

 

Vorschularbeit

Die Vorbereitung auf die Schule beginnt nicht etwa erst im letzten Kindergartenjahr, sondern mit dem Tag der Geburt. Wenn das Kind in den Kindergarten kommt, möchten wir es an dem Entwicklungspunkt abholen, an dem es zu diesem Zeitpunkt steht. Während der gesamten Kindergartenzeit unterstützen wir jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung.
Obwohl wir die Gesamtheit unserer Arbeit im Kindergarten als Vorschularbeit verstehen, bieten wir für alle Pflicht- und Kannkinder ein zusätzliches Programm an. Diese Kinder bilden unsere Rasselbande. Die Rasselbande trifft sich zu verschiedenen Aktivitäten 1-2 Mal im Monat.
Außerdem haben die Kinder, die tatsächlich eingeschult werden, noch einmal als Wackelzähne in den letzten Monaten vor Schulbeginn besondere Termine.
Unser Ziel für die Rasselbande und die Wackelzähne ist es, die Gemeinschaft in diesen Gruppen aufzubauen und zu stärken. Jedes Kind soll sich wohl fühlen und seine Fähigkeiten entwickeln und ausbauen.

Sprachforscher

Im Rahmen des Landesprogramms „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" findet bei uns eine bedarfsorientierte Sprachförderung statt, um allen Kindern eine optimale Vorbereitung auf die Schule zu ermöglichen.

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Öffnungszeiten

Ganztagsplatz für Berufstätige:

Mo. - Do. 7:15 bis 16:30 Uhr
Fr. 7:15 bis 13:00 Uhr

Teilzeitplatz für Berufstätige:

Mo. - Do.

 

7:15 bis 12:30 Uhr
13:30 bis 16:30 Uhr
Fr. 7:15 bis 12:30 Uhr

Teilzeitplatz:

Mo. - Do.

 

8:00 bis 12:30 Uhr
13:30 bis 16:00 Uhr
Fr. 8:00 bis 12:30 Uhr

Kontakt

Städt. Kindergarten
Bad Sobernheim

Kapellenstrasse 3
55566 Bad Sobernheim

 

Telefon: +49 (0) 6751 3685

E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.